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Alles tutti für den Champions-Test
HANNOVER. Beim Gegner Valencia CF fällt Mirko Slomka zuerst die Königsklasse ein. Im Herbst 2007 war das, Slomka Schalke-Trainer, ein 0:1 zu Hause durch ein Tor von David Villa, ein 0:0 in Valencia, „ich kann mich gut erinnern“. Gestern saß Slomka als 96-Trainer auf dem Podium, der Anlass ist ein Testspiel der verheißungsvollen Reihe „Summer of Champions“. „Das versprüht Champions-League-Atmosphäre“, fand Slomka. „Wir haben große Freude daran, uns den eigenen Fans zu präsentieren. Wir sind ein ernstzunehmender Gegner für Valencia.“
Etwas mehr als 20000 Fans können heute (15.30 Uhr, AWD-Arena) davon ausgehen, dass 96 den Test sehr ernstnimmt. Der Druck auf die neue Mannschaft steigt kurz vorm Anpfiff noch ein bisschen. Denn 96 beschenkt um 15.15 Uhr Jacek Krzynowek, Vinicius, Hanno Balitsch und Arnold Bruggink mit Blumen zum letzten „Adios“. Der Abschied wird die Fans kurz daran erinnern, dass 96 solche Typen wie Balitsch und Bruggink noch sucht. Verteidiger Emanuel Pogatetz bietet sich an als Anpeitscher, wie Balitsch es war. Auch Jan Schlaudraff, neuerdings im Mannschaftsrat, übernimmt Verantwortung. Beide könnten die neuen 96-Lieblinge werden. Spielt Schlaudraff weiterhin gut, beruhigt sich außerdem die hektische Suche nach „Mister X“, dem ablösefreien Spielmacher von Champions-Format. „Das ist ein wichtiger Test für uns“, weiß Slomka. Dafür opfert sich auch Mike Hanke auf. Am Donnerstag belastete Hanke auf eigene Faust seine gereizte rechte Kniescheibe und widersetzte sich damit dem Rat der 96-Ärzte. Gestern trainierte er wieder mit der Mannschaft. „Das habe ich auf meine Kappe genommen“, sagt der Stürmer. „Ich wollte gegen Valencia unbedingt dabeisein. Wichtig ist, dass wir Umfeld und Fans zeigen, dass wir eine Mannschaft sind.“ Und sein Knie? „Alles tutti“, versichert Hanke. „Wenn es keinen Rückschlag gibt, wird er sicherlich seine Spielzeit erhalten“, verspricht Slomka. „Ich erwarte, dass er die Dinge, die er im Training umgesetzt hat, auch dem Publikum zeigt. Ich erwarte besonders von Mike, dass er an die Leistung der letzten zwei Saisonspiele anknüpft. Da war er sehr beweglich, lauffreudig und emotional auf dem Platz.“ „Wichtig ist, dass jeder sich empfiehlt“, findet Slomka, „gegen Topstars internationaler Klasse.“ So viele davon hat Valencias Trainer Unai Emery aber gar nicht dabei. Die WM-Fahrer haben frei, Superstar Villa sowie Silva wanderten ab. Slomka kennt von Anno-Schalke-mal nur noch zwei Spieler: Joaquin und Vicente. Mit dem neuen Kader habe er sich „noch nicht so beschäftigt, aber es wird ein Genuss sein, diese Spieler zu sehen“. Was Fans heute vor allem im Härtetest sehen wollen: Zuversicht im neuen 96-Gesicht.
31.07.2010 / NP Seite 1 Ressort: SPOR